Die Wahl zwischen Viton und Buna hängt nicht nur davon ab, welches Material “besser” ist. Letztendlich kommt es auf zwei unabdingbare Faktoren in Ihrem System an: Temperatur und chemische Belastung.
Zunächst einmal ist Viton (FKM) ein hochwertiges Elastomer, das für extreme Hitze und aggressive Chemikalien entwickelt wurde. Buna-N (NBR) hingegen ist ein kostengünstiges und robustes Material, das speziell für Öle und Kraftstoffe konzipiert wurde.
Die Wahl der richtigen Dichtung erfordert, dass die Eigenschaften der einzelnen Materialien auf die Anforderungen Ihres Prozesses abgestimmt sind. Gelingt dies, läuft Ihre Anlage reibungslos. Liegt die Wahl falsch, riskieren Sie Aufquellen, Aushärten, Leckagen oder einen vollständigen Dichtungsausfall. Lesen Sie weiter, um mehr zu erfahren.

Was genau sind Viton und Buna?
Bevor man sie vergleicht, ist es hilfreich, die Hintergründe der Namen zu verstehen.
Viton (FKM)
Viton ist eine bekannte Marke für Fluorkautschuk-Elastomere, kurz FKM. Diese Elastomere sind für Hochleistungsdichtungen konzipiert, bei denen herkömmliche Gummis versagen. Wenn Sie sich für einen Viton-Sitz entscheiden, ... Absperrklappe, Sie signalisieren damit, dass die Anwendung Folgendes beinhaltet:
- Hohe Betriebstemperaturen
- Starke chemische Umgebungen
- Brennstoffe, Öle oder korrosive Prozessmedien
Merke dir dasViton bewährt sich dort, wo andere Materialien schnell zersetzen.
Buna-N (NBR)
Buna-N steht für Nitril-Butadien-Kautschuk und ist in der Industrie die erste Wahl für Flüssigkeiten auf Erdölbasis. Es wurde speziell für die Beständigkeit gegenüber Kraftstoffen und Schmierölen entwickelt und wird daher häufig eingesetzt in:
- Automobilsysteme
- Hydraulikkreisläufe
- ölintensive Industrieprozesse
Eine Buna-N-Sitz-Absperrklappe ist kostengünstig, berechenbar und hochwirksam, wenn sie in der richtigen Umgebung eingesetzt wird.
Viton: Entwickelt für extreme Hitze und aggressive Chemikalien
Vitons größter Vorteil ist seine außergewöhnliche Hochtemperaturbeständigkeit. Es hält Temperaturen bis zu etwa 200 °C stand und ist damit eines der hitzebeständigsten Elastomere, das in der industriellen Dichtungstechnik eingesetzt wird.
Zu seinen weiteren Stärken zählen:
- Hervorragende Beständigkeit gegenüber Kraftstoffen und Ölen
- Hervorragende chemische Beständigkeit gegenüber aggressiven Medien
- Hohe Beständigkeit gegen Ozon und Witterungseinflüsse
- Minimaler Druckverformungsrest (behält seine Form über die Zeit gut bei)
Diese Eigenschaften machen Viton zum Material der Wahl in anspruchsvollen Anwendungen wie der chemischen Verarbeitung, der Luft- und Raumfahrt sowie in Hochtemperatursystemen.
Wo Viton seine Grenzen hat
Auch hochwertige Materialien haben ihre Grenzen:
1. Hohe Kosten
Viton ist deutlich teurer als Buna, manchmal um ein Vielfaches. Man bezahlt für Leistung.
2. Schlechte Flexibilität bei niedrigen Temperaturen
Viton verhärtet sich unter -20°C, was bei frostigen Außenbedingungen oder in Kühlsystemen zu Undichtigkeiten oder Rissen führen kann.
3. Anfälligkeit gegenüber bestimmten Chemikalien
Trotz seiner chemischen Beständigkeit schneidet Viton schlecht ab gegenüber:
- Ketone (Aceton, MEK)
- Organische Säuren
- Heißwasser und Hochdruckdampf
Für Dampfsysteme werden im Allgemeinen EPDM oder PTFE bevorzugt.
Buna-N: Die zuverlässige Öl- und Kraftstoffdichtung
Buna-N ist das Material der ersten Wahl für Anwendungen im Kohlenwasserstoffbereich. Seine Beständigkeit gegenüber Erdölprodukten ist in seiner Preisklasse unübertroffen.
Wichtigste Vorteile:
- Hervorragende Beständigkeit gegenüber Ölen und Kraftstoffen
- Hohe Zugfestigkeit
- Gute Abriebfestigkeit
- Sehr günstig
- Leicht erhältlich als Ventile, O-Ringe, Dichtungen und Dichtringe
Aus diesem Grund findet Buna-N breite Anwendung in Automobilanwendungen, Kompressoren, Pumpen und Hydraulikgeräten.
Wo Buna-N Schwierigkeiten hat
1. Hitzeempfindlichkeit
NBR beginnt sich bei etwa 100 bis 120 °C zu zersetzen, wodurch es für Hochtemperaturprozesse ungeeignet ist.
2. Schlechte Witterungsbeständigkeit
UV-Licht, Ozon und Witterungseinflüsse können Buna-N im Vergleich zu spezialisierteren Elastomeren schnell abbauen.
3. Eingeschränkte chemische Kompatibilität
Buna ist zwar hervorragend mit Ölen verträglich, weist aber eine geringe Beständigkeit gegenüber folgenden Substanzen auf:
- Starke Säuren
- Bremsflüssigkeiten
- Ozonreiche Umgebungen
- Chlorierte Kohlenwasserstoffe
Drei häufige Missverständnisse
Ist Viton dasselbe wie EPDM?
Nein. Sie dienen gegensätzlichen Zwecken.
- EPDM ist sehr beständig gegen Wasser, Dampf und Witterungseinflüsse, versagt aber völlig bei Ölen.
- Viton eignet sich hervorragend für Öle, ist aber nicht für heißes Wasser oder Dampf geeignet.
Notiz: In der Praxis überschneiden sie sich selten.
Wie unterscheidet man Viton von Buna?
Ein schneller Indikator ist die Farbe:
- Viton ist oft braun oder dunkelbraun (es gibt aber auch schwarze Varianten).
- Buna ist normalerweise schwarz.
Optimalere Testergebnisse erzielt man durch die Einwirkung von Lösungsmitteln:
- Viton quillt in Aceton auf.
- Buna quillt in Erdölen auf.
Welche hält länger?
Keines der beiden Materialien ist universell “siegreich”. Die Lebensdauer hängt davon ab, ob das Material den Temperatur- und Medienbedingungen entspricht.
Endgültiges Urteil: Wählen Sie anhand der Anwendung, nicht anhand Ihrer Präferenz.
Bei der Auswahl von Dichtungen sollte man nicht raten. Die Entscheidung zwischen Viton und Buna muss wohlüberlegt sein und auf Folgendem basieren:
- Betriebstemperatur
- Art der Chemikalie oder Flüssigkeit
- Umweltfaktoren
- Erforderliche Haltbarkeit
- Budgetbeschränkungen
Sie sollten Viton wählen, wenn Ihr System Folgendes umfasst:
- Temperaturen über 120 °C
- Kraftstoffe und aggressive chemische Medien
- Schwerindustrielle oder Spezialprozesse
Sie sollten Buna-N wählen, wenn Ihr System Folgendes unterstützt:
- Erdölbasierte Flüssigkeiten
- Automobilöle oder Hydraulikflüssigkeiten
- Mäßige Temperaturen
- Kostensensible Anwendungen
Vergiss nieDie richtige Dichtung ist diejenige, die Ihren Betriebsbedingungen standhält. Die Abstimmung des Materials auf die Anwendung gewährleistet eine lange Lebensdauer, verhindert Ausfallzeiten und garantiert einen sicheren, leckagefreien Betrieb.





